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Tierklinik Ahlen

Epileptische Krampfanfälle bei Katzen

 

Epileptische Krampfanfälle kommen bei allen Tierarten vor. Das unkontrollierte, gleichzeitige Entladen vieler Nervenzellen durch verschiedenste Ursachen kann zur starken Verkrampfung der Muskulatur, zu Verhaltensänderungen, unkontrolliertem Harn- und Kotabgang und manchmal zur Bewusstlosigkeit führen.

 

Im Allgemeinen werden Katzen weniger häufig als Hunde von Epilepsie betroffen. Doch die Ursachen für Krampfanfälle, ihre klinische Ausprägung und die Behandlungswege können bei der Katze können sehr unterschiedlich sein.

Grundsätzlich werden bei Katzen ebenso wie bei Hunden zwei Arten der Epilepsie unterschieden:

 

  • Die Primäre Epilepsie oder echte / idiopathische / angeborene Epilepsie
  • Die Sekundäre Epilepsie oder erworbene Epilepsie.

 

Anders als bei Hunden liegt bei der Katze meist die erworbene Epilepsie vor und somit ist ein epileptischer Anfall oft lediglich ein Symptom einer anderen Erkrankung.

Die häufigsten Ursachen für die erworbene Epilepsie bei der Katze sind

 

Das Absterben von Zellen durch Schädigung der Zellstruktur (Nekrose) der Gehirnstruktur, die zum großen Teil für die Verhaltenssteuerung zuständig ist (Ammonhorn).

 

Häufig rasse- und geschlechtsunabhängig im Alter zwischen ein und sechs Jahren auftretend, geht den eigentlichen Anfällen eine Phase voraus, in der es zu Frühsymptomen wie Verhaltensstörungen kommt. Über Minuten oder Stunden vor dem Anfall kann die so erkrankte Katze unruhig, ängstlich oder aggressiv gegenüber ihrer gewohnten Umgebung sein.

 

Während des eigentlichen Anfalls sind oft Bewusstlosigkeit, schwere Krämpfe sowie unkontrollierte Harn- und Kotabsatz zu beobachten. Dauert der Anfall länger an, kann dieser auch zum Tode führen.

 

Nach einem Anfall können teils dramatische Verhaltensstörungen wie Übererregbarkeit, unkontrolliertes Beißen, Blindheit und schwere Bewegungsstörungen über Stunden auftreten. Nicht selten kommt es nach kurzer Erholung bereits zum nächsten Anfall.

 

Stoffwechselbedingte Gehirnerkrankungen: Diese können zum Beispiel bei schwerem

 

Nierenversagen, Lebererkrankungen oder einer Überfunktion der Schilddrüse auftreten. Diese Form der Epilepsie ist wegen anderer, nicht neurologischer Symptome schwer zu diagnostizieren.

 

Vergiftungsbedingte Gehirnerkrankungen: Diese kommen weniger häufig vor als bei Hunden, da Katzen in der Nahrungsaufnahme wählerischer sind. Dennoch wurden epileptische Anfälle nach der Aufnahme von Mäuse- und Rattengift, Insektiziden, Pflanzen wie Philodendron oder Buxbaum oder einem Frostschutzmittel beobachtet.

 

Entzündliche Krankheiten: Häufige Ursache für epileptische Anfälle ist die Gehirnentzündung (Enzephalitis) aufgrund entweder einer Infektion oder einer Autoimmunerkrankung, deren Ursache eine überschienende Reaktion des Immunsystems gegen körpereigenes Gewebe ist, bei der das Immunsystem körpereigenes Gewebe für einen zu bekämpfenden Fremdkörper hält.

 

Die Entzündung wird durch eine Untersuchung der Gehirnflüssigkeit nachgewiesen. Die Suche nach der Ursache für die Entzündung hingegen ist schwierig.

 

Bei Katzen ist eine der häufigsten Ursache für eine Gehirnentzündung die feline infektiöse Peritonitis / Polyserositis (FIP). Die typischen, gut bekannten Symptome der Krankheit wie Bauchwassersucht und Gelbsucht sind bei dieser neurologischen Form nicht zwingend vorhanden: Fallbezogen wirkt sich lediglich die Entzündung auf das zentrale Nervensystem aus und lässt sich auch im Blut nicht nachweisen.

 

Diese Katzen leiden neben epileptischen Anfällen unter Fieberschübe, Zittern und Gleichgewichtsstörungen sowie Verhaltensstörungen. Die Diagnose wird in solchen Fällen mittels der Analyse der Gehirnflüssigkeit in Kombination mit einer Magnetresonanztomographie des Gehirns vorgenommen.

 

Die entzündungshemmende Behandlung wirkt lediglich lindernd, die Prognose bei FIP ist hoffnungslos.

 

Hirntumore: Epileptische Anfälle können durch Geschwülste der Hirnhäute (Meningiome) oder bösärtigen Tumorarkranungen (Lymphosarkome) im zentralen Nervensystem ausgelöst werden.

 

Die Behandlung richtet sich nach dem Tumortyp. Meningiome können je nach Lage oft operativ entfernt oder mittels einer Strahlentherapie therapiert werden. Bei Lymphosarkomen ist die Chemotherapie das Mittel der Wahl.

 

Lediglich bei einer sehr kleinen Anzahl von Katzen ist die Ursache für das epileptische Anfallsleiden eine angeborene, idiopathische Epilepsie.

 

Die verschiedenartigen möglichen Ursachen von epileptischen Anfällen bei Katzen erfordern eine sehr exakte Aufarbeitung der Erkrankungssymptome und des Verlaufes der Anfallserkrankung. Wichtig ist zudem, dass die vielfältigen zur Verfügung stehenden diagnostischen Möglichkeiten wie Blutuntersuchungen, Untersuchung der Hirnflüssigkeit (Liquor) und die Magnetresonanztomographie auch genutzt werden, statt lediglich symptomatische Therapieversuche zu unternehmen.